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GELD MACHT NICHT GLÜCKLICH. ODER DOCH?

  • vor 1 Stunde
  • 3 Min. Lesezeit

Es gibt Sätze, die wir so oft wiederholen, dass wir irgendwann gar nicht mehr darüber nachdenken, ob sie eigentlich stimmen.


„Geld macht nicht glücklich.“


Oder doch?


Ich glaube, es kann durchaus glücklich machen.


Geld kauft keine Gesundheit.

Es kauft keine wahre Liebe.

Es kauft keine Zeit.

Es kann nicht verhindern, dass ein Mensch, den wir lieben, stirbt.

Und es heilt keine Krankheit, nur weil unser Bankkonto gut gefüllt ist.


Aber zwischen all dem und der Behauptung, Geld könne kein Glück bringen, liegt ein gewaltiger Unterschied.


Geld bezahlt eine Reise.


Und sagt mir nicht, dass in dem Moment kein Glück steckt, in dem wir endlich an einem Ort stehen, von dem wir jahrelang geträumt haben, und auf eine Landschaft schauen, die bis dahin nur auf einem Bildschirm existiert hat.


Geld bezahlt ein Abendessen mit Menschen, die wir mögen.


Es bezahlt das Flugticket, mit dem wir jemanden umarmen können, der weit weg lebt.


Es bezahlt ein komfortables Zuhause.


Es ermöglicht uns, unseren Eltern ein besonderes Erlebnis zu schenken, unseren Kindern die Welt zu zeigen oder einfach in einen Supermarkt zu gehen, ohne bei jedem einzelnen Produkt im Kopf mitrechnen zu müssen.


Und darin steckt Glück.


Natürlich tut es das.


Vielleicht liegt das Problem darin, dass wir zwei völlig unterschiedliche Aussagen miteinander verwechseln:


„Geld allein reicht nicht aus, um glücklich zu sein.“


und


„Geld macht nicht glücklich.“


Das ist nicht dasselbe.


Ein Mensch kann Millionen besitzen und zutiefst unglücklich sein. Natürlich.


Aber ein Mensch kann Liebe, Familie, Freunde und Gesundheit haben und trotzdem ständig mit der Angst leben, am Ende des Monats die Miete nicht bezahlen zu können.


Interessanterweise antwortet immer jemand, wenn man sagt, dass Geld glücklich machen kann:


„Aber auch reiche Menschen sind depressiv.“


Ja.


Und arme Menschen auch.


Der Unterschied ist, dass einer von beiden depressiv sein kann, ohne gleichzeitig einen Brief von der Bank auf dem Tisch liegen zu haben.


Geld beseitigt nicht alle Probleme des Lebens.


Aber einige davon.


Und auch das zählt.


Es gibt noch einen anderen Widerspruch, über den kaum gesprochen wird.


Wir sagen: „Die schönsten Dinge im Leben sind kostenlos.“


Eine Umarmung ist kostenlos.


Ein Gespräch ist kostenlos.


Ein Sonnenuntergang ist kostenlos.


Das stimmt.


Aber die Zeit und die Ruhe zu haben, diesen Sonnenuntergang wirklich zu geniessen, ist es vielleicht nicht.


Denn Freiheit hat auch eine finanzielle Dimension.


Weniger arbeiten zu können.


Einen Job verlassen zu können, der uns kaputtmacht.


Sagen zu können: „Ich muss das nicht akzeptieren.“


Entscheiden zu können, wo wir leben.


Uns ausruhen zu können.


Jemandem helfen zu können.


Gehen zu können, wenn Bleiben nicht mehr gesund ist.


All das ist Freiheit.


Und Geld kauft einen beträchtlichen Teil davon.


Vielleicht ist es unangenehm, das zuzugeben, weil wir gelernt haben, Geld mit Gier, Oberflächlichkeit oder Materialismus zu verbinden.


Als würde der Wunsch nach finanzieller Stabilität automatisch bedeuten, Dinge wichtiger zu finden als Menschen.


Das tut er nicht.


Ich kann zutiefst davon überzeugt sein, dass eine menschliche Beziehung mehr wert ist als jeder Gegenstand, und gleichzeitig anerkennen, dass ich lieber in einem warmen Zuhause weine, als nicht zu wissen, wo ich morgen schlafen werde.


Das eine schliesst das andere nicht aus.


Und vielleicht ist das der grösste Widerspruch von allen:


Viele Menschen, die sagen, Geld sei nicht wichtig, verbringen einen grossen Teil ihres Lebens damit, es zu verdienen.


Sie wollen mehr verdienen.


Sie wollen ein besseres Zuhause.


Sie wollen reisen.


Sie wollen ihren Kindern Möglichkeiten bieten.


Sie wollen ihren Ruhestand ohne finanzielle Sorgen geniessen.


Und daran ist absolut nichts falsch.


Vielleicht sollten wir nur aufhören so zu tun, als hätte all das überhaupt nichts mit Glück zu tun.


Geld kauft nicht alles.


Zum Glück.


Es gibt Dinge, die keine Kreditkarte der Welt kaufen können sollte.


Aber Geld kauft Komfort.

Es kauft Erlebnisse.

Es kauft Möglichkeiten.

Es kauft Sicherheit.

Es kauft Freiheit.

Und sehr oft kauft es Seelenruhe.


Und all diese Dinge können zutiefst glückliche Momente schaffen.


Also nein.


Ich glaube nicht, dass Geld gleich Glück ist.


Aber ich glaube auch nicht an den schönen Satz, dass Geld nicht glücklich macht.


Vielleicht hängt die Wahrheit – wieder einmal – davon ab, von wo aus wir auf die Dinge schauen.


Denn Geld kauft nicht das Leben.


Aber es kann grundlegend verändern, wie wir es leben können.

 
 
 

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